Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit: Housing First Düsseldorf e.V. holt Obdachlose in Düsseldorf dauerhaft von der Straße


Kontakt: Housing First Düsseldorf e. V. // Siemensstraße 43, 40227 Düsseldorf // info@housingfirstduesseldorf.de

Projektleitung: Mona Monsieur // 0211-976 323 48 // m.monsieur@housingfirstduesseldorf.de


Der neu gegründete und von der Stadt geförderte „Housing First Düsseldorf e. V.“ geht an den Start, um Obdachlose dauerhaft in Wohnungen zu bringen. Dafür nutzt der Verein Synergien aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialarbeit und privatem Engagement. Gemeinsam erarbeiteten fiftyfifty, Michael Busch, Geschäftsführer von Thalia, Notar Armin Hauschild, Michael Harbaum, Geschäftsführer der Düsseldorfer Drogenhilfe und Prof. Dr. Anne van Rießen, tätig an der Hochschule Düsseldorf, das Konzept nach dem Verein arbeitet. Die Stadt finanziert für die Umsetzung des Vorhabens zwei Sozialarbeitsstellen.

Housing First nennt sich der Ansatz, der Obdachlosigkeit unmittelbar beendet. Betroffene erhalten eine Wohnung, ohne Vorbedingungen. Wohnbegleitende Hilfen stehen zur Seite. Ein Konzept, das fiftyfifty schon seit 2014 erfolgreich fährt und auch in der Öffentlichkeit auf Interesse stößt und in Düsseldorf auch auf besondere Unterstützung: Notar Armin Hauschild und Thalia Geschäftsführer Michael Busch ist es ein Anliegen, sich für die Umsetzung von Housing-First zu engagieren. Im Rahmen ihrer eigens dafür gegründeten „Runter von der Straße GbR“ kauften sie selbst schon Wohnungen an, um vormals Wohnungslosen ein Zuhause zur Verfügung zu stellen und werben fleißig für den Ansatz.

Michael Busch: „Eine eigene Wohnung ist nicht alles, aber ohne eigene Wohnung ist alles nichts. So einfach diese Erkenntnis, so mühevoll ist doch ihre Umsetzung. fiftyfifty hat die Housing-First-Idee in Düsseldorf – nicht zuletzt dank der Hilfe zahlreicher weltbekannter Künstler – dennoch seit vielen Jahren überaus erfolgreich umgesetzt. Jedoch sind auch die Möglichkeiten von fiftyfifty endlich. Deshalb kann nur externe Unter- stützung noch größere Erfolge bei der Bekämpfung von Obdachlosigkeit ermöglichen. Hier kommt unsere private Initiative zur Förderung des Housing- First-Projekts ins Spiel – als, wenn man so will „social entrepreneurship at its best“.

In Zusammenarbeit der Runter von der Straße GbR, fiftyfifty, Düsseldorfer Drogenhilfe sowie Prof. Dr. Anne van Rießen an der Hochschule Düsseldorf im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften tätig, wurde das Konzept zum „Housing First Düsseldorf e. V.“ entwickelt.

„Wir freuen uns sehr, die Stadt Düsseldorf für die Vision gewonnen zu haben, dass unsere Stadt die erste auf der Welt ist, wo keine Menschen mehr obdachlos auf der Straße sein müssen. Ohne diese Unterstützung an entscheidender Stelle wäre die Umsetzung nicht möglich“, so Michael Busch. Zwei Stellen Sozialarbeit stellt die Stadt zur Verfügung, die Leitung und Koordination stellt fiftyfifty. Der Verein fungiert als die verbindende Stelle zwischen Wohnung, Klientel und Sozialarbeit. Profitieren soll neben den Betroffenen die gesamte Wohnungslosenhilfe in der Stadt.

Die Initiative stellt einen weiteren Baustein im Düsseldorfer Hilfenetz gegen Obdachlosigkeit dar. „Wir freuen uns, den Verein ‚Housing First‘ durch zwei städtisch geförderte Stellen unterstützen zu können“, so Miriam Koch, Leiterin des Amtes für Migration und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Zum weiteren Gelingen braucht es nun ganz entscheidend weiteren Wohnraum: Der Verein freut sich schon über die ersten Kooperationen mit privaten Wohnungskäufer*innen und Wohnungsbaugesellschaften und wirbt um weitere Unterstützer*innen. „Wir appellieren an private Wohnungseigentümer*innen und auch Investor*innen sowie an Wohnungsbaugesellschaften. Wer Housing First Düsseldorf mit Wohnraum unterstützen möchte, kann sich direkt an den Verein wenden. Dieser kümmert sich um alles Weitere. Wir bieten sozusagen den Full Service: Wohnungsvermittlung, den oder die Mieter*in, organisieren die wohnbegleitenden Hilfen und fungieren als Ansprechpartner in allen Angelegenheiten“, erklärt Julia von Lindern, Vorständin des Vereins.

Download Vorstellung „Housing First“





Housing First beendet Wohnungslosigkeit unmittelbar und bietet flexible wohnbegleitende Hilfen zum dauerhaften Wohnungserhalt an.


Das Konzept „Housing First“ wurde Anfang der 90er Jahre in den USA unter der Leitung von Dr. Sam Tsemberis entwickelt. Regulärer Wohnraum wird an erste Stelle gerückt – ein entscheidender Unterschied zu einer stufenweisen Integration. Darin müssen Betroffene oft noch ihre „Wohnfähigkeit“ zunächst unter Beweis stellen: Unterkünfte und Trainingswohnungen müssen durchlaufen werden. Oftmals ist die Zurverfügungstellung von Wohnraum an die Erfüllung von Auflagen und Wohlverhalten gekoppelt. Der Aufstieg in ein normales Mietverhältnis scheitert häufig an nicht vorhandenen Wohnungen auf dem Markt und so droht die erneute Wohnungslosigkeit: Ein „Drehtür-Effekt“ stellt sich ein. Auch sind solche Wohnraumformen häufig zeitlich befristet.


Housing First bedeutet: Es besteht von Anfang an ein normales, unbefristetes Mietverhältnis mit allen Rechten und Pflichten.


Wohnbegleitende Hilfen werden aktiv angeboten: Betroffene werden dazu ermutigt Probleme mit Unterstützung anzugehen, aber nicht dazu verpflichtet. Dort wo Housing First bereits praktiziert wird, sind die Ergebnisse überzeugend. Wissenschaftliche Begleitung und Auswertungen zeigen: Housing First beendet bei 8 von 10 Personen Wohnungslosigkeit langfristig.



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